Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

    markus69badw
    - mehr Freunde


http://myblog.de/stella-malaysia

Gratis bloggen bei
myblog.de





Deepavali

Deepavali ist das Fest des Lichtes und das höchste Fest der Hindus. Zuerst die Geschichte dazu: Die Frau vom Gott Krishna wurde einst von einem bösen Dämonen der Finsternis entführt. Dieser Dämon hatte so viel Kraft, dass vorhergesagt worden war, dass niemand ihn jäh zerstören kann. Krishna wollte aber natürlich seine Frau zurück und kämpfte gegen den Dämon. Mit seinen göttlichen Kräften schaffte er es doch, den Dämon zu zerstören und brachte so ganz viel Licht in die Welt. An diesem Tag hat Krishna bestimmt, dass jedes Jahr ein Fest des Lichtes gefeiert werden soll, um daran zu gedenken. Meine Familie und ich haben schon einige Tage vorher mit den Vorbereitungen angefangen: kochen, Kekse backen, putzen, aufräumen, dekorieren (viele Lichter), Leute einladen,... Freitagabend schlossen wir dann die letzten Vorbereitungen ab und ich mahlte mit Keshika ein Column auf die Einfahrt. Das ist ein Gemählde aus gefährbtem Reis, meistens sind es Blumenformen. Es muss aus organischem Material gemacht werden, damit die Insekten und Vögel es essen können. Um das Column herum hatten wir "Happy Deepavali 2013" geschrieben, doch am nächsten Morgen waren das "D" und "e" von Deepavali sowie die "2" schon ganz aufgegessen. Meine Mutter sagte, dass sei ein sehr gutes Omen. Freitagabend gegen 24 Uhr wurde an einigen Stellen Feuerwerk angezündet und der Benachrichtigungston der Handys meiner Eltern für SMSen war im Dauermodus zu hören, da sie die ganze Zeit Nachrichten mit "Happy Deepavali" erhielten. Auch riefen Verwante an, bzw. wurden angerufen und es wurde weiter "Happy Deepavali" oder "Deepavali Subegangelu" (auf Telegu) gewünscht. Samstagmorgen bekamen wir alle Öl auf den Kopf, in die Augen und in die Ohren. Nun haben wir alle ein reihneres Gehör und einen reihneren Blick. Eigentlich machen dieses Ritual an Deepavali nur die Tamilils (die größte Kaste in Malaysia) und Telegus (höhere Kaste als Tamilis aber Minderheit in Malaysia) erst im Februar, aber meine Mutter macht es trotzdem immer an Deepavali. Das Öl in den Ohren ist nicht angenehm, aber tut nicht weh, doch in den Augen brennt es schon ziemlich. Nachdem wir uns dann mit viel Seife gewaschen hatten, mussten wir vor den Eltern auf die Knie gehen und ihre Füße berühren, um ihnen Respekt zu erweisen und ihren Seegen zu empfangen. Danach bekam jeder von uns 50 RM, denn es ist Tradition den unverheirateten und nicht arbeitenden an Deepavali Angpow (Geld) zu schenken. In den ganzen vier Tagen der Feier bekam ich ca 150 RM Angpow. Unsere nächste Tätigkeit war, in den Tempel zu gehen, den Seegen des Priesters zu empfangen und drei Runden beetend um die Götterstatue zu laufen. Wir konnten allerdings nicht so lange bleiben, da meine Mutter für das anschließende Open House kochen musste. Gegen 12 Uhr kamen schon die ersten Schüler meiner Eltern, um bei uns zu essen. Diese wurden am frühen Abend von den ganzen Verwanden abgelöst. Sie blieben bestimmt bis 24 Uhr, nachdem wir ein bisschen Feuerwerk gemacht hatten, gingen die meisten, doch einige blieben auch über Nacht. Sonntag waren wir dann beim Open House von Andrés indischer Familie, die auch zu unseren Familienmitgliedern zählt. Die Nacht verbrachten wir bei wieder anderen Verwandent und am nächten Tag wiederholte sich das ganze beim Open House bei wieder anderen Verwanden. Es waren eigentlich jeden Tag genau die gleichen Leute anwesend, aber es wurde eben jeden Tag wo anders gegessen. Jetzt sind wir wieder zu Hause, aber werden heute Abend schon wieder zu Amas Bruder gehen, dessen Tochter morgen Verlobung feiert. Dort werden wir bis Samstag bleiben und danach werde ich ersmal ein bisschen Schlaf nachholen müssen
6.11.13 06:39


Werbung


Deepavali

Deepavali ist das Fest des Lichtes und das höchste Fest der Hindus. Zuerst die Geschichte dazu: Die Frau vom Gott Krishna wurde einst von einem bösen Dämonen der Finsternis entführt. Dieser Dämon hatte so viel Kraft, dass vorhergesagt worden war, dass niemand ihn jäh zerstören kann. Krishna wollte aber natürlich seine Frau zurück und kämpfte gegen den Dämon. Mit seinen göttlichen Kräften schaffte er es doch, den Dämon zu zerstören und brachte so ganz viel Licht in die Welt. An diesem Tag hat Krishna bestimmt, dass jedes Jahr ein Fest des Lichtes gefeiert werden soll, um daran zu gedenken. Meine Familie und ich haben schon einige Tage vorher mit den Vorbereitungen angefangen: kochen, Kekse backen, putzen, aufräumen, dekorieren (viele Lichter), Leute einladen,... Freitagabend schlossen wir dann die letzten Vorbereitungen ab und ich mahlte mit Keshika ein Column auf die Einfahrt. Das ist ein Gemählde aus gefährbtem Reis, meistens sind es Blumenformen. Es muss aus organischem Material gemacht werden, damit die Insekten und Vögel es essen können. Um das Column herum hatten wir "Happy Deepavali 2013" geschrieben, doch am nächsten Morgen waren das "D" und "e" von Deepavali sowie die "2" schon ganz aufgegessen. Meine Mutter sagte, dass sei ein sehr gutes Omen. Freitagabend gegen 24 Uhr wurde an einigen Stellen Feuerwerk angezündet und der Benachrichtigungston der Handys meiner Eltern für SMSen war im Dauermodus zu hören, da sie die ganze Zeit Nachrichten mit "Happy Deepavali" erhielten. Auch riefen Verwante an, bzw. wurden angerufen und es wurde weiter "Happy Deepavali" oder "Deepavali Subegangelu" (auf Telegu) gewünscht. Samstagmorgen bekamen wir alle Öl auf den Kopf, in die Augen und in die Ohren. Nun haben wir alle ein reihneres Gehör und einen reihneren Blick. Eigentlich machen dieses Ritual an Deepavali nur die Tamilils (die größte Kaste in Malaysia) und Telegus (höhere Kaste als Tamilis aber Minderheit in Malaysia) erst im Februar, aber meine Mutter macht es trotzdem immer an Deepavali. Das Öl in den Ohren ist nicht angenehm, aber tut nicht weh, doch in den Augen brennt es schon ziemlich. Nachdem wir uns dann mit viel Seife gewaschen hatten, mussten wir vor den Eltern auf die Knie gehen und ihre Füße berühren, um ihnen Respekt zu erweisen und ihren Seegen zu empfangen. Danach bekam jeder von uns 50 RM, denn es ist Tradition den unverheirateten und nicht arbeitenden an Deepavali Angpow (Geld) zu schenken. In den ganzen vier Tagen der Feier bekam ich ca 150 RM Angpow. Unsere nächste Tätigkeit war, in den Tempel zu gehen, den Seegen des Priesters zu empfangen und drei Runden beetend um die Götterstatue zu laufen. Wir konnten allerdings nicht so lange bleiben, da meine Mutter für das anschließende Open House kochen musste. Gegen 12 Uhr kamen schon die ersten Schüler meiner Eltern, um bei uns zu essen. Diese wurden am frühen Abend von den ganzen Verwanden abgelöst. Sie blieben bestimmt bis 24 Uhr, nachdem wir ein bisschen Feuerwerk gemacht hatten, gingen die meisten, doch einige blieben auch über Nacht. Sonntag waren wir dann beim Open House von Andrés indischer Familie, die auch zu unseren Familienmitgliedern zählt. Die Nacht verbrachten wir bei wieder anderen Verwandent und am nächten Tag wiederholte sich das ganze beim Open House bei wieder anderen Verwanden. Es waren eigentlich jeden Tag genau die gleichen Leute anwesend, aber es wurde eben jeden Tag wo anders gegessen. Jetzt sind wir wieder zu Hause, aber werden heute Abend schon wieder zu Amas Bruder gehen, dessen Tochter morgen Verlobung feiert. Dort werden wir bis Samstag bleiben und danach werde ich ersmal ein bisschen Schlaf nachholen müssen
6.11.13 06:36


Layout

Ich weiß nicht, was bei meinem letzten eintrag mit dem layout passiert ist, aber irgendwie kann ich es nicht ändern... Tut mir leid!
28.10.13 15:46


Viel passiert

Tut mir leid, dass ich so schrecklich lange nicht geschrieben habe, aber mein Laptop war kaputt. Er war jetzt beim Shop und es hieß nun schon seit einer Woche, dass er am nächsten Tag kommen wird und heute hat ihn der Mann dann endlich vorbei gebracht. In der Zwischenzeit ist sehr viel passiert: 1.Graduation Day Am Freitag den 11. war ich mit André, Alois, Lena, Mama Sophie und ihrem Mann beim Graduation Day von deren Sohn. Das ist sowas wie die Abschlusszeremonie der Schulzeit. Es war in einer riesigen Halle und es wurden dort drei Stunden lang Reden gehalten, Zeugnisse ausgegeben und Preise verliehen. Sie haben alle solche Umhänge getragen, wie man das manchmal auf Bildern von englischen Schulabschlüssen sieht. Ansonsten haben wir dort nichts mehr gemacht und waren danach nur noch essen. 2.Hari Raya Haji (sprich: hatschi) Hari Raya Haji ist ein muslimisches Fest und ich habe dazu für 5 Tage zu einer malaiischen Gastfamilie gewechselt. Meine neue Gastmutter ist auch eine Lehrerin an meiner Schule und gleichzeitig eine Freundin meiner Mutter. Solche Feste verbringt man meistens im Kampung (=Heimatdorf), wo die Eltern leben. Das Kampung meiner Ibu (malaiisch für Mutter) liegt in Perlis, dem nördlichsten und kleinsten Staat Malaysias. Dort hin hat sie mich Freitag abends mit ihrem Mann und Sohn mitgenommen. Es sind total liebe, nette und lustige Menschen und es war wunderschön mit ihnen. Das Kampung war auch wunderschön. Am Samsagmorgen durfte ich allein rumgehen. Das Kampung ist umgeben von Reisfeldern und in der Nähe sieht man felsige Berge. Die morgentlichen Geräusche waren zu hören und überall begannen freunliche Malayen, aus ihren Häusern zu kommen. Die Idylle wurde nur ein bisschen vom Lärm des nahen Steinbruchs gestört, aber es war einfach wunderbar mal allein in der der Natur zu sein! Sonntags sind wir allerdings wieder zurück gefahren, da wir noch die drei Töchter abholen mussten. So sind wir dann zu fünft am Montag ohne Ayah (malaiisch für Vater) wieder zurück gefahren. Die Töchter sind auch sehr net und sind 16, 18 und 21 Jahre alt. Die Familie spricht nicht so gutes Englisch, was aber zu viel Lachen geführt hat, weil sie manchmal Malay direkt zu Englisch übersetzt haben. Die älteste Tochter allerdings spricht sehr gutes Englisch und so konnte ich mit ihr auch interessante Gespräche über den Islam führen. Ich selbst habe die ganze Zeit mit den Malyen Kopftuch getragen und ich muss doch ehrlich sagen, dass ich froh bin, es nicht immer tragen, zu müssen, doch es war eine sehr gute Erfahrung. Das eigentliche Fest Hari Raya Haji wurde am Dienstag gefeiert. Hier die Geschichte dazu, die mir erzählt wurde: Der muslimische Prophet Abraham erhielt einst eine Nachricht von Allah, dass er ihm seinen Sohn Ismael opfern soll, also ihn schlachten soll. Am Opfertag Tauschte Abraham seinen Sohn allerdings gegen eine große männliche Ziege aus. Seit dem wird jedes Jahr ein Ziegenbock und/oder ein Stier in jeder Gemeinde geschlachtet. Am Dienstagmorgen war meine Familie zuerst in der Moschee und danach bin ich mit ein paar Familienmitgliedern zum Schlachtort gefahren. Dort wurde zuerst der Ziegenbock geschlachtet, indem er festgebunden wurde und ihm dann die Kehle halb durchgeschnitten wurde. Danach war der Stier auf die gleiche Weise dran. Wenn ich so daran zurück denke, kann ich gar nicht glauben, dass ich das anschauen konnte und denke, dass ich ein schrecklicher Mensch bin, aber in dem Moment, als die Tiere geschlachtet wurden, war ich innerlich einfach nur leer. Die ganzen malayen standen lachend darum herum. Nur ein kleines Mädchen, was noch unschuldig dachte, weinte. Ich habe meine Geschwister gefragt, ob ihnen die Tiere nicht leid tun, aber sie meinten: “Nein, denn es ist Essen.”. Nach dem Schlachten herrschte ein ständiges Kommen und Gehen in unserem Haus und jeder, der kam, bekam ein bisschen vom Fleisch mit nach Hause. Die restliche Zeit haben wir auf Ayahs Jackfruit-farm verbracht und sind Dienstagabend auch schon wieder zurück. Mittwoch war ich noch mit meinen malaiischen Schwestern im Kino und dann ging ich auch schon wieder zurück nach Hause. Obwohl es wunderschön mit meiner malaiischen Familie war, war es doch auch wieder ein richtig schönes Gefühl von nach Hause kommen, als ich hier wieder ankam. 3. Schultrip nach Perlis Am Samstag danach war ich dann mit der Schule wieder in Perlis. Natürlich sind wir morgens wieder 40 min zu spät los gefahren und nach dem Frühstück auf dem Weg, hatte unser Bus eine Panne. Wir mussten über zwei Stunden lang warten und haben so natürlich eine Menge Zeit verschwändet. Von unserem ursprünglichen Plan, eine Höhle, einen See, eine Traubenfarm, eine Schlangenfarm, eine Straußenfarm und ein Einkaufszentrum zu besuchen, haben wir nur die Traubenfarm und das Shoppen verwirklicht. 4. Sanjivvs Geburtstag Am Montag den 21. war Sanjivvs Geburtstag. Er wurde 11 Jahre alt und ich habe ihm auf Rat meiner Mutter und der malaiischen Mädchen vom Perlis-Trip in der Shopping Mall an der Grenze zu Thailand ein T-shird gekauft. Weiter habe ich ihm noch deutsche Schokolade geschenkt. Er schien sich doch gefreut zu haben und meine Eltern fanden das T-shirt (eigentlich ein Fußball Trikot) so schön, dass er es für Deepavali, das kommende indische Fest tragen soll. Bis auf mein Geschenk war keines eingepackt und meine Mutter machte eh die Überraschung kaputt, indem sie ihm sagte, er solle doch endlich das T-shirt auspacken . Viel wichtiger, als bei uns das Auspacken, ist hier das Kuchenschneiden. Das Geburtstagskind schneidet den Kuchen und füttert danach jedes Familienmitglied damit, bzw. wird von jedem Familienmitglied damit gefüttert. 5. Schule Seit letzter Woche haben wir jeden Tag in der Schule Tanzprobe, weil wir in einem Weisenhaus tanzen werden. Es ist sehr bemerkenswert, wie gut das klappt, da kein Lehrer dabei ist und wir trotzdem die ganze Zeit tanzen. Wir tanzen sechs verschiedene Line-Dances, malaiische Tänze, die aber alle irgendwie auf latein amerikanischen Schritten basieren. Sonst habe ich eigentlich keine Schule mehr, da die Exams abgeschlossen sind und eine Stimmung wie in Deutschland nach der Notenabgabe herrscht, aber noch ein bisschen stärker: Im Unterricht werden Spiele gespielt oder der Lehrer sitzt einfach vorne und macht gar nichts oder die Lehrer kommen einfach gar nicht in die Klasse. Auch viele Schüler gehen nicht mehr in die Schule. Wir haben jetzt noch bis Donnerstag “Schule” und danach eine Woche Ferien für Deepavali, danach wieder eine Woche Schule und dann 7 Wochen Ferien! 6. Vorbereitung für Deepavali Bei uns werden jetzt gerade die Badezimmer renoviert, damit für Deepavali und die Verlobung einer Cousine im Anschluss alles schön ist. Auch haben wir am Wochenende alle zusammen mit der Familie Kekse gebacken und dazu extra einen neuen Ofen gekauft. Am Samstag wird es hier ein „offenes Haus“ geben, wo es für jeden Essen gibt.
28.10.13 15:35


Wochenende

Am Freitag war ich morgens wieder nicht in der Schule und deshalb also alleine mit meiner Oma (Amama) zu Hause. Sie ist schon 77 Jahre alt und sehr vergesslich, außerdem ist sie nur 1,30m groß und spricht kein Englisch und kann weder Schreiben noch Lesen, da sie nie in der Schule war und schon mit 10 Jahren verheiratet wurde. Sie ist total süß, weil sie immer will, dass ich esse, aber da sie so vergesslich ist, fordert sie mich nachdem ich gegessen habe bestimmt noch drei mal auf . Ich sage ihr dann immer auf Malay, dass ich schon gegessen habe, aber sie fängt dann immer an irgendwas vor sich hin zu grummeln, dass ich dass immer sagen würde und ich nur nicht essen will .Letztens hat sie auch angefangen, mir irgendeine lange Geschichte auf Malay zu erzählen, obwohl meine Geschwister ihr schon total oft gesagt haben, dass ich sie nicht verstehe.

Ich war also allein mit ihr zu Hause und habe mein erstes Curry ganz alleine gekocht. Ama hatte mir am Abend davor alles einmal genau gesagt und so habe ich es dann am Freitag gemacht. Es war gar nicht schlecht und Ama hat es sehr gelobt. Naja, ich war auch wirklich stolz auf mich

Am Samstag war ich mit Mama Sophie (meine „malaiische Mutter&ldquo und Lena (die Austauschschülerin aus Bosnien) auf einer malaiischen Hochzeit. Leider waren wir nicht bei der eigentlichen Zeremonie, sondern nur bei dem folgenden Essen, wo es für mich als Vegetarierin nicht viel gab. Ansonsten war es aber sehr schön, da Mama Sophie und ihr Mann einfach richtig fröhliche Leute sind, die immer reden und lachen.

Sonntag war ich in meiner ersten Unterrichtsstunde für traditionellen Indischen Tanz. Da man durch diesen Tanz mit den Göttern spricht, musste ich zuerst der Statue vom Gott des Tanzes im Unterrichtsraum Obst und Blumen opfern. Eigentlich hätte ich auch noch in den Tempel beten gehen müssen, aber da ich kein Hindu bin, konnte ich das natürlich nicht. In meiner Tanzgruppe sind bis auf eine 15-jährige und eine 13-jährige nur ganz kleine Kinder, aber das ist egal. Das Tanzen ist wirklich sehr hart und die Musik ist nicht ganz nach meinem Geschmack, aber wenn man es richtig kann, sieht es total schön aus.

Morgen werde ich mit Sanjivv in ein Zentrum für Tanz- und Musikunterricht gehen. Ich werde in die Hip-Hop-Stunde gehen und Sanjivv möchte Gitarre lernen. Shika wird Klavier lernen aber ihre Stunden werden donnerstags sein. Ich freu mich, dass ich jetzt endlich auch mal eine Aktivität außerhalb der Schule habe, da es in letzter Zeit zu Hause schon ein bisschen langweilig wurde.

7.10.13 14:51


Exams und Kochkurs

Hier sind jetzt gerade Exam-Wochen für meine Stufe, also werden drei Wochen lang jeden oder jeden zweiten Tag zwei Arbeiten geschrieben. Allerdings nicht in jedem Fach nur eine, sondern in jedem Fach zwei oder drei. In meiner Stufe sind es nicht die staatlichen Exams, deshalb sind sie nur in der ganzen Schule gleich. Die staatlichen Exams sind in Standart 6 (Ende der Grundschule, 12 Jahre), Form 3 (dritte Klasse der weiterführenden Schule, 15 Jahre) und Form 5 (fünfte Klasse der weiterführenden Schule) und sind im ganzen Staat gleich, wenn man diese nicht schafft, muss man das Jahr wiederholen.                                                                      Naja, ich kann die meißten Exams nicht mitschreiben, da sie auf Bahasa Malayu sind. Die auf Englisch (Englisch, Mathe und Naturwissenschaften) sollen wir versuchen, aber ich denke, dass ich außer Englich nichts hinkriegen werde, da es komplett anderer Stoff ist, allerdings auch auf einem sehr hohen Nivea. Es macht aber nichts aus, wenn wir keine guten Noten haben. So bleibe ich jetzt fast jeden Tag zu Hause, da an den Tagen ohne Exam kein Unterricht ist und ich nur die paar wenigen Exams auf Englisch mitschreibe.

Gestern waren wir Austauschschüler in einem Kochkurs von Form 1. Wir haben verschiedene Süß-Speisen, die alle auf Reismehl basieren, gemacht. Es hat wirklich Spaß gemacht und hat vor allem sehr gut geschmeckt .

 

3.10.13 10:21


Co-co-day, Rede & Kulturschock

Letzten Samstag war in der Schule Co-co-day. Co-co steht für Co-curriculum, also eine Art AGs. An diesem Tag präsentieren sich alle AGs, bieten Aktivitäten an und wollen für neue Mitglieder werben. Also eine Art Schulfest. Ich habe mit meiner Sitznachbarin an einem Wettbewerb teilgenommen, eine Rakete, die mit Wasser und Luftdruck angetrieben wird, aus zwei Plasitkflaschen zu bauen. Es hat echt Spaß gemacht, aber gewonnen haben wir leider nicht.                                         Beim Herumschauen habe ich auch jetzt DEN Club für mich gefunden, nämlich Pencinta Alam (Liebe zur Natur)! Ihre Sprüche sind echt gut, denn es sind hier endlich mal welche, die einen Hauch von Umweltbewusstsein haben. Das hat hier nämlich leider so gut wie keiner. Pencinta Alam geht zwar nicht in die Natur aber sie reden über Umweltverschmutzung und Energieverschwändung und stellen wirklich schöne Sachen aus recycelten Materialien her.                                                                                      Ich bin jetzt seit Samstag auch Mitglied bei St. Johns Ambluance. Sie haben mir Herz-Lungen-Wiederbelebung und wie man einen Menschen, vor dem Ersticken rettet, beigebracht. Ansonsten machen sie in ihren Meetings auch noch andere relativ nützliche Dinge, die erste Hilfe betreffen, man könnte es also mit deutschen Schulsanitätern vergleichen. Was ich noch gar nicht erwähnt habe, ist, dass jede AG ihre eigene Uniform hat und man diese zu jedem Meeting und jeden Mittwoch in die Schule anziehen muss. Am Mittwochmorgen veranstalten dann die meisten AGs einen Uniform-Check.

Am Sonntag und Montag hatte ich dann immer den ganzen Tag Probe für den Auftritt am Dienstag vor den Officern und AFS-Leuten aus Kuala Lumpur. Wir haben mit anderne Schülern einen malaiischen traditionellen Line-Dance und einen chinesischen Rundtanz getanzt. Dazu haben wir Austauschschüler alle eine Rede und eine PowerPoint-Präsentation über unsere ersten zwei Monate hier vorbereitet. Auch Lena, ein Mädchen aus Bosnien, das in unserer Nähe lebt, und Jennifer, ein anders Mädchen aus Deutschland, die auf der Insel Pinang wohnt. In diese Präsentation hatte ich wirklich viel Zeit reingesteckt, doch als ich sie Dienstagmorgen in der Schule ausprobierte, waren plötzlich alle Bilder weg, da ich sie nicht auf dem Stick gespeichert hatte! Zum Glück hatte ich alle Bilder in Drop-Box hochgeladen und so hat mir André zwei Stunden lang geholfen, alles nochmal zu machen! Es fehlten dann immer noch ein paar Bilder, aber eigentlich war das gar nicht schlimm, da eh fast niemand zugehört hat. Ich bin froh, dass mich Ama jetzt einmal richtig Tanzen sehen hat und sie jetzt weiß, dass ich nicht unbedingtt die allerletzte Niete bin. So konnte ich das Thema Tanzunterricht (in Deutschland habe ich mindesten vier Stunden die woche getanzt) dann zum ersten Mal richtig ansprechen und sie wollen mich jetzt ins indische traditionelle Tanzen schicken.

Heute hatte ich zum ersten Mal einen wirklich harten Kulturschock: Zuerst haben mcih zwei Prefacts (Schüler, die für Ordnug sorgen) aus dem Unterricht geholt und gesagt, dass ich mit zum Diziplinlehrer kommen soll. Von diesen Lehrern gibt es an unserer Schule zwei männliche und einen weiblichen und sie laufen immer mit einem Rohrstock in der Hand herum, um die Schüler einzuschüchtern oder ihnen z.B. zu sagen, dass sie das Hemd in die Hose stecken sollen. Wenn man allerdings zum Leher gerufen wird, hat man schon ein größeres Vergehen begangen und obwohl sie uns Austauschschülern nichts tun dürfen, hatte ich schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl. Vor dem Büro stand der Counselor (=Berater) der Schule, mit welchem wir auch einiges zu tun haben. Er sagte mir, dass er uns Austauschschülern heute zeigen möchte, wie die Prügelstrafe ausgeübt wird! Im Büro saßen bestimmt 15 Jungen und drei Mädchen, die alle richtig locker taten, um ihre Angst zu überspielen. Mir wurden ein Platz auf dem Sofa und Süßigkeiten angeboten und als André und Alois auch da waren, meinte der Counselor dann: "I hope you enjoy watching!" Zuerst waren die Mädchen dran, die zwei kräftige Schläge vom Disziplinlehrer mit dem Rohstock auf die Finger bekamen. Danach waren die Jungs dran, welche mit schrecklicher Gewalt zwei Schläge auf den Po bekamen. Das war nicht einfach nur ein schwacher Hieb, das war stärker, als man seine Wäsche vor dem Aufhängen ausschlägt. Und der Knall war wie, wenn jemand laut in die Hände klatscht! Es war einfach nur schrecklich und ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch sowas machen kann! Ich würde es nicht mal meinem ärgsten Feind wünschen! Aber das krasseste kam noch: Wir wurden ernsthaft gefragt, ob wir es auch mal versuchen möchten!!! Nach den Mädchen und drei Jungs, bin ich einfach ohne etwas zu sagen aus dem Zimmer gegangen und zurück in meine Klasse, da sie nicht denken sollten, ich unterstütze dies. Ich weine nicht oft, aber als ich aus dem Zimmer kam habe ich wirklich gezittert und war den Tränen echt nahe! Später habe ich natürlich mit Ama darüber geredet und sie meine, dass sie das vollkommen verdient hätten und sie anders nicht hören und dass sie viele Male davor gewahrnt wurden und es davor schon andere Maßnahmen gab! Am Anfang habe ich ihr die ganze Zeit widersprochen und sagte, dass es auch andere Wege gibt, aber man konnte mit ihr darüber nicht disskutieren. Später stellte sich dann heraus wiso: Sie war auch mal ein Disziplinlehrer und hat die Mädchen geschlagen!

Ich will meinen Eintrag jetzt eigentlich nicht so enden und sie in einem so schlechten Licht stehen lassen, da sie sonst wunderbar ist und wir uns prima verstehen. Naja, man muss ja auch schlechte Erfahrungen machen...

26.9.13 13:36


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung