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Co-co-day, Rede & Kulturschock

Letzten Samstag war in der Schule Co-co-day. Co-co steht für Co-curriculum, also eine Art AGs. An diesem Tag präsentieren sich alle AGs, bieten Aktivitäten an und wollen für neue Mitglieder werben. Also eine Art Schulfest. Ich habe mit meiner Sitznachbarin an einem Wettbewerb teilgenommen, eine Rakete, die mit Wasser und Luftdruck angetrieben wird, aus zwei Plasitkflaschen zu bauen. Es hat echt Spaß gemacht, aber gewonnen haben wir leider nicht.                                         Beim Herumschauen habe ich auch jetzt DEN Club für mich gefunden, nämlich Pencinta Alam (Liebe zur Natur)! Ihre Sprüche sind echt gut, denn es sind hier endlich mal welche, die einen Hauch von Umweltbewusstsein haben. Das hat hier nämlich leider so gut wie keiner. Pencinta Alam geht zwar nicht in die Natur aber sie reden über Umweltverschmutzung und Energieverschwändung und stellen wirklich schöne Sachen aus recycelten Materialien her.                                                                                      Ich bin jetzt seit Samstag auch Mitglied bei St. Johns Ambluance. Sie haben mir Herz-Lungen-Wiederbelebung und wie man einen Menschen, vor dem Ersticken rettet, beigebracht. Ansonsten machen sie in ihren Meetings auch noch andere relativ nützliche Dinge, die erste Hilfe betreffen, man könnte es also mit deutschen Schulsanitätern vergleichen. Was ich noch gar nicht erwähnt habe, ist, dass jede AG ihre eigene Uniform hat und man diese zu jedem Meeting und jeden Mittwoch in die Schule anziehen muss. Am Mittwochmorgen veranstalten dann die meisten AGs einen Uniform-Check.

Am Sonntag und Montag hatte ich dann immer den ganzen Tag Probe für den Auftritt am Dienstag vor den Officern und AFS-Leuten aus Kuala Lumpur. Wir haben mit anderne Schülern einen malaiischen traditionellen Line-Dance und einen chinesischen Rundtanz getanzt. Dazu haben wir Austauschschüler alle eine Rede und eine PowerPoint-Präsentation über unsere ersten zwei Monate hier vorbereitet. Auch Lena, ein Mädchen aus Bosnien, das in unserer Nähe lebt, und Jennifer, ein anders Mädchen aus Deutschland, die auf der Insel Pinang wohnt. In diese Präsentation hatte ich wirklich viel Zeit reingesteckt, doch als ich sie Dienstagmorgen in der Schule ausprobierte, waren plötzlich alle Bilder weg, da ich sie nicht auf dem Stick gespeichert hatte! Zum Glück hatte ich alle Bilder in Drop-Box hochgeladen und so hat mir André zwei Stunden lang geholfen, alles nochmal zu machen! Es fehlten dann immer noch ein paar Bilder, aber eigentlich war das gar nicht schlimm, da eh fast niemand zugehört hat. Ich bin froh, dass mich Ama jetzt einmal richtig Tanzen sehen hat und sie jetzt weiß, dass ich nicht unbedingtt die allerletzte Niete bin. So konnte ich das Thema Tanzunterricht (in Deutschland habe ich mindesten vier Stunden die woche getanzt) dann zum ersten Mal richtig ansprechen und sie wollen mich jetzt ins indische traditionelle Tanzen schicken.

Heute hatte ich zum ersten Mal einen wirklich harten Kulturschock: Zuerst haben mcih zwei Prefacts (Schüler, die für Ordnug sorgen) aus dem Unterricht geholt und gesagt, dass ich mit zum Diziplinlehrer kommen soll. Von diesen Lehrern gibt es an unserer Schule zwei männliche und einen weiblichen und sie laufen immer mit einem Rohrstock in der Hand herum, um die Schüler einzuschüchtern oder ihnen z.B. zu sagen, dass sie das Hemd in die Hose stecken sollen. Wenn man allerdings zum Leher gerufen wird, hat man schon ein größeres Vergehen begangen und obwohl sie uns Austauschschülern nichts tun dürfen, hatte ich schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl. Vor dem Büro stand der Counselor (=Berater) der Schule, mit welchem wir auch einiges zu tun haben. Er sagte mir, dass er uns Austauschschülern heute zeigen möchte, wie die Prügelstrafe ausgeübt wird! Im Büro saßen bestimmt 15 Jungen und drei Mädchen, die alle richtig locker taten, um ihre Angst zu überspielen. Mir wurden ein Platz auf dem Sofa und Süßigkeiten angeboten und als André und Alois auch da waren, meinte der Counselor dann: "I hope you enjoy watching!" Zuerst waren die Mädchen dran, die zwei kräftige Schläge vom Disziplinlehrer mit dem Rohstock auf die Finger bekamen. Danach waren die Jungs dran, welche mit schrecklicher Gewalt zwei Schläge auf den Po bekamen. Das war nicht einfach nur ein schwacher Hieb, das war stärker, als man seine Wäsche vor dem Aufhängen ausschlägt. Und der Knall war wie, wenn jemand laut in die Hände klatscht! Es war einfach nur schrecklich und ich kann nicht verstehen, wie ein Mensch sowas machen kann! Ich würde es nicht mal meinem ärgsten Feind wünschen! Aber das krasseste kam noch: Wir wurden ernsthaft gefragt, ob wir es auch mal versuchen möchten!!! Nach den Mädchen und drei Jungs, bin ich einfach ohne etwas zu sagen aus dem Zimmer gegangen und zurück in meine Klasse, da sie nicht denken sollten, ich unterstütze dies. Ich weine nicht oft, aber als ich aus dem Zimmer kam habe ich wirklich gezittert und war den Tränen echt nahe! Später habe ich natürlich mit Ama darüber geredet und sie meine, dass sie das vollkommen verdient hätten und sie anders nicht hören und dass sie viele Male davor gewahrnt wurden und es davor schon andere Maßnahmen gab! Am Anfang habe ich ihr die ganze Zeit widersprochen und sagte, dass es auch andere Wege gibt, aber man konnte mit ihr darüber nicht disskutieren. Später stellte sich dann heraus wiso: Sie war auch mal ein Disziplinlehrer und hat die Mädchen geschlagen!

Ich will meinen Eintrag jetzt eigentlich nicht so enden und sie in einem so schlechten Licht stehen lassen, da sie sonst wunderbar ist und wir uns prima verstehen. Naja, man muss ja auch schlechte Erfahrungen machen...

26.9.13 13:36
 


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